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Berlin in einer Liga mit London und New York


Die Immobilienberatungsgesellschaft Knight Frank analysierte im Zusammenhang ihrer Untersuchungen die Metropolen der Welt hinsichtlich der Wohnkosten. Dabei zeigte sich, dass Berlin zu den teuersten Metropolen der Welt gehört und somit auf einer Stufe mit London, New York und Tokio steht. Zur Beurteilung wurde eine Erschwinglichkeitsrechnung durchgeführt, bei der neben den Kaufpreisen von Immobilien auch die Mieten einbezogen wurden. Beide Faktoren waren jeweils inflationsbereinigt. 

Dabei zählt Berlin im Vergleich zu anderen Metropolen wie Amsterdam, Hongkong oder San Francisco noch zu den eher günstigen Wohnorten. Nachdem die deutsche Hauptstadt über Jahrzehnte hinweg von der industriellen Entwicklung abgehängt war, liegt das Einkommen pro Haushalt immer noch unter dem Bundesdurchschnitt. 

Laut Knight Frank, gilt eine Wohnung als erschwinglich wenn ein Haushalt höchstens 35 Prozent des Haushalteinkommens im Monat an Miete aufbringen muss. Beim Beispiel von Berlin mit einem durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen von 2450 Euro entsprechen das etwa 837 Euro monatlich. Kleine Familien werden für diesen Betrag in Berlin niemals eine Bleibe finden. 

Deshalb warnt der Global Head of Research bei Knight Frank, Liam Bailey, vor den möglichen Folgen für Unternehmen bei der Personalsuche. Wenn Mitarbeiter keinen Zugang zu Wohnraum erhalten, wird es für Unternehmen zunehmend schwerer Mitarbeiter zu gewinnen. 

Eine sinkende Mobilität bei den Arbeitnehmern führt zur Beeinträchtigung der Produktivität einzelner Unternehmen bis hin zur gesamten Wirtschaftsleistung. Bereits heute müssen Unternehmen vielerorts Mitarbeiter mit erheblichen Gehaltszuschlägen anlocken. Amazon musste dies in Seattle eigens erfahren. Anstatt wie geplant den Firmensitz in der amerikanischen Metropole auszubauen, begibt sich Amazon woanders auf Standortsuche, weil die Mitarbeiter sich die Mieten in Seattle nicht mehr leisten können.

Knight Frank zeigt allerdings auch Lösungen für die Probleme auf. Ein Lösungsansatz für Unternehmen ist, wie ihn Google und Facebook schon umzusetzen versuchen, selbst Grundstücke zu kaufen und Wohnungen für ihre Mitarbeiter zu bauen. Facebook will knapp 300 Millionen Dollar in einen Campus inklusive Wohnungen investieren. 

Außerdem müssten die Städte alles dafür tun, um Baugrundstücke freizugeben, die ansässige Bevölkerung davon überzeugen, dass neue Bürger kommen, aber auch neue Gebiete an den Stadträndern erschließen. Auch Hochgeschwindigkeits-Verbindungen in entferntere, unterentwickelte Regionen könnten den Druck vom Markt nehmen.

Quelle: Michael Fabricius, welt.de vom 3.2.2019

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