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Immobilien-Preisboom wird zur Gefahr für die Wirtschaft

In den Metropolen weltweit steigen Mieten und Kaufpreise für Immobilien schneller als die Einkommen der Menschen. Das wird zur ernsthaften Bedrohung der Wirtschaftsleistung, weil Mitarbeiter wegbleiben. Die Städte müssen dringend gegensteuern. 

Der Mangel an bezahlbaren Wohnraum wird weltweit zunehmend zu einem Problem. Überall steigen die Wohnkosten so rasant, dass sie die Finanzkraft vieler Bürger überfordern. Dies kann, laut der internationalen Immobilienberatungsgesellschaft Knight Frank, über kurz oder lang zu einer immensen Gefahr für Unternehmen und Konjunktur werden. 

Die Gesellschaft hat einige Ursachen und mögliche Lösungen für explodierende Mieten und Kaufpreise in 32 internationalen Metropolen zusammengestellt. Folglich steigen die Miet- bzw. Kaufpreise für Häuser und Wohnungen schneller als die Haushaltseinkommen. Dadurch würden in den betroffenen Gebieten die Mobilität abnehmen, Unternehmen hätte Probleme neue Mitarbeiter zu akquirieren und die Dynamik der Wirtschaft würde stark sinken. 

Um 16 Prozent überstieg in den letzten fünf Jahren das durchschnittliche Wachstum der realen Immobilienpreise die durchschnittliche Wachstumsrate der Realeinkommen. 

Durchaus interessant ist, dass neben der steigenden Zuwanderung in Ballungszentren und dem damit verbundenen Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage vor allem auch das Kapitalangebot von Investoren als preistreibender Faktor ausgemacht wird. 

Laut dem Bericht gilt Wohnen am Kapitalmarkt spätestens seit der Finanzkrise als Rohstoff. Wohnimmobilien haben sich zu einem komplexen Investitionsvehikel entwickelt und zieht somit große Summen aus Fonds und Unternehmen an. 

Das Kapitalangebot lässt zunächst einmal die Kaufpreise kräftig steigen und treibt gleichzeitig auch die Mieten in die Höhe. Denn die Anleger wollen schließlich, dass ihr Investment lukrativ wird. 

Grundsätzlich nennen die Experten aber die Urbanisierung als Ursache für weltweit steigende Preise: Nach Angaben der Vereinten Nationen lebten 2017 etwa 55 Prozent der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten, verglichen mit 42 Prozent vor 30 Jahren. Bis 2050 werde ein Anstieg auf 68 Prozent erwartet.

Quelle: Michael Fabricius welt.de vom 3.2.2019

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